Das Forschungsprogramm StEG

Der Ausbau von Ganztagsschulen in Deutschland führte zu grundlegenden Veränderungen für das gesamte Schulsystem. Deshalb wurde das umfangreiche und länderübergreifende Forschungsprogramm „Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen“ (StEG) zwischen 2005 und 2019 durchgeführt. 

Ziel von StEG war es, erstmals umfassende Informationen über Ganztagsschulen, deren Organisationsstrukturen und Wirkungen über einen langen Zeitraum hinweg zu erfassen und zu untersuchen. Diese Datengrundlage schuf einerseits Wissen für die Bildungspraxis selbst – also für die Schulen und ihre Entwicklung, andererseits wurde das Wissen für die Bildungspolitik zur Verfügung gestellt. Gleichzeitig ging es darum, neue Impulse für die Ganztagsschulforschung zu schaffen.

StEG war ein Kooperationsprojekt. An der Studie waren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Forschungseinrichtungen in Deutschland beteiligt. Das Forschungsprogramm wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert und in enger Absprache mit den Kultusministerien der Länder realisiert.

Wichtige Ergebnisse dieses langjährigen Forschungsprogramms sind z. B., dass die Zusammenarbeit von Lehrkräften mit anderem pädagogischen Personal (Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen, Erzieherinnen und Erzieher usw.), ein wichtiger Motor für den Ausbau von Ganztagsangeboten sei. Zudem zeigen sich dann positive Wirkungen auf die Lernmotivation und das Sozialverhalten durch den Ganztag, wenn die Schülerinnen und Schüler die Angebote über einen Zeitraum von vier Jahren möglichst regelmäßig besuchten. Entscheidend dabei sei immer die Qualität der Ganztagsangebote. So konnte am Ende der zweiten Projektphase festgestellt werden, dass der Ganztag vor allem die psychosoziale Entwicklung fördere. 

Insgesamt kann die Studie in drei Phasen unterteilt werden:

StEG (2005-2011)

Ziel der ersten Phase von StEG war es, die Arbeit und die Rahmenbedingungen an den Ganztagsschulen über einen längeren Zeitraum hinweg so umfassend wie möglich zu untersuchen. Wie gestaltet sich der Ganztag an den Schulen? Wie wird der Ganztag genutzt und akzeptiert? Um diese Fragen zu beantworten, fanden Erhebungen mit allen am Ganztag beteiligten Personengruppen statt: Schülerinnen und Schüler verschiedener Klassenstufen, ihre Eltern bzw. Erziehungsberechtigten, Schulleitungen, Lehrkräfte, das weitere pädagogisch tätige Personal und die an den Ganztagsangeboten beteiligten Kooperationspartner. Insgesamt wurden mehr als 50.000 Personen an über 300 Schulen wiederholt befragt. Damit wurde eine wichtige Grundlage für die Arbeit der Schulentwicklung und deren Unterstützung durch die Bildungspolitik geschaffen. 

StEG (2012-2015)

Auf die Daten aus der ersten Förderphase (2005-2011) konnte in der zweiten Phase aufgebaut werden. Diese fokussierte sich vor allem auf die Rahmenbedingungen und die Wirkung von Ganztagsschulen insbesondere in den Bereichen der Leseförderung sowie der Förderung naturwissenschaftlicher und sozialer Kompetenzen: Wie wirkt sich die Teilnahme am Ganztag auf die Lernentwicklung von Schülerinnen und Schülern aus? Wie beeinflusst sie ihre Schullaufbahn und den weiteren Bildungsweg? Und wie müssen die außerunterrichtlichen Angebote gestaltet sein, damit sie die angestrebten Wirkungen tatsächlich erzielen? 

StEG (2016-2019)

Innerhalb der dritten Phase wurden vertiefende Analysen zur Gestaltung von ganztagsschulischen Angeboten sowie zu deren Einfluss auf die individuelle Förderung durchgeführt: Wie müssen die Ganztagsangebote gestaltet sein, um Lernen individuell zu fördern? Welchen Einfluss haben dabei kooperative Lernformen? Wie gelingt die Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams? Dabei wurden gemeinsam mit der Bildungspraxis verschiedene Interventionsprogramme konzipiert, umgesetzt und begleitend analysiert. Bei den Programmen ging es um die professionelle Arbeit in Teams, um die Begleitung bei der Hausaufgabenbetreuung und die Stärkung der Lesekompetenz.